Von der Bundesstrasse ist der Blick auf das Zugspitzmassiv beeindruckend. Die Abendsonne hält noch eine gute Stunde. Der Rollkoffer mit der Linhof liegt im Auto. Ist das schon das beste Motiv? Jeder Handgriff muß sitzen, sonst ist der Moment vorbei. Es gibt nur eine Chance. Nein, wir müssen den Standort wechseln. Mit etwas Glück geht es woanders besser.
Am Riessersee ist es besser. Der Parkplatz garantiert kurze Wege. Ein wichtiger Aspekt um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Der Standort, Nord- oder Südseite? Südseite ist besser, unverstellter Blick. Kamera aufbauen. Wieviel Tilt und Shift braucht es, Belichtung ermitteln, Gelbfilter berücksichtigen, es muß schnell gehen. Stimmt die Einstellung, die Perspektive? Die Euphorie steigt, es ist vielversprechend. Auslöser ran, nochmal alles checken, Licht passt. Zufrieden, hoffentlich keinen Fehler gemacht.
Der Abend klingt aus. Resümieren ob wir nicht doch früher hätte starten sollen. Egal, es war so wie es war.
Zuhause. Bloß keinen Fehler im Labor machen, es wäre schade um die Bilder. Der Entwickler ist schon etwas alt. Ein Frischer steht nicht zur Verfügung. Die Entwicklertrommel dreht sich. Das notorische Geräusch, magisch. Entwickeln, Stoppen, Wässern, Fixieren, viel Wässern und Trocknen. Der SchwarzWeiss Prozess ist einfach, aber Sorgfalt zahl sich aus. Jede Graustufe zählt.
Die Negative sehen gut aus, es hat geklappt. 2 Tage trocknen, dann sind sie härter. Der Scanner mag das. Der Rest ist PC-arbeit. Das erste Arbeitsergebnis schlecht. Ich sendete es an Freunde. Kopf schütteln. Wusste ich selber. Nochmal, neuer Ansatz, neue Einstellungen. Endlich ist das Licht da, nur leicht aber schön. Dafür mache ich es. Schicken an Freunde. Wohlwollendes Feedback. Es geht noch besser, da und dort. Reicht die Qualität für die Bilderwand? Wir werden sehen.

