Nikon bietet für ihre RAW Formate Komprimierungen als auch Größeneinstellungen an. Wie kommen Capture-NXD, Lightroom oder CaptureOne damit klar. Hier ein Gegenüberstellung mit meinen persönlichen Eindrücken.

 

Die Komprimierungsarten stellen sich laut Nikon Support wie folgt dar:

Verlustfrei komprimieren

Diese Methode verwendet einen umkehrbaren Kompressionsalgorithmus. Dies bedeutet, dass Bilder komprimiert werden können, um Speicherplatz auf der Karte zu sparen. Die Kompression kann aber auch vollständig rückgängig gemacht werden, so dass die Bilder in voller Qualität wieder geöffnet werden können. Die verlustfreie Kompression ermöglicht die platzsparende Speicherung mit bester Bildqualität. Diese Speichermethode für RAW-Dateien ist ideal für Nutzer von Capture NX-D oder ViewNX-i.

Komprimieren

Diese Methode verwendet einen nicht umkehrbaren Kompressionsalgorithmus zur Verringerung der Dateigröße auf der Speicherkarte. Deshalb treten Verluste an Bildinformationen auf, die nicht rückgängig gemacht werden können. In aller Regel sind diese Verluste von Bildinformationen aber nicht sichtbar. Diese Einstellung ist dann vorzuziehen, wenn auf den Speicherplatz der Karte geachtet werden muss, das NEF-Dateiformat aber benötigt wird.

Nicht komprimieren

Bei diesem Dateiformat findet keine Kompression der Bilddaten beim Schreiben auf die Speicherkarte statt. Aus diesem Grund werden die Dateien größer und ihre Speicherung dauert etwas länger als bei Verwendung von Kompression. Diese Einstellung bietet durch den Verzicht auf jegliche Komprimierung die beste Bildqualität.

 

Größe und Komprimierungsart lassen sich in den Nikon Kameras nicht beliebig kombinieren, lediglich 4 Kombinationen sind möglich. RAW-L ist dabei das größte Format und entspricht dem 1:1 Abzug des Sensors. RAW-M und RAW-S ist eine Reduzierung der Pixel dh die Bilder werden in ihrer Pixelzahl reduziert. Bei der D850 entspricht das RAW-L Format einer Pixelzahl von 45 Mpx (RAW-M: 25 Mpx / RAW-S: 11Mpx). Das heißt, bei den kleineren Formaten werden Bildinformationen unwiederbringlich gelöscht.

 

RAW-L nicht komprimiert

Bei einer D850 können diese Datei bis zu 90MB groß sein. Ohne Frage die Lösung mit definitiv keinen Qualitätsverlusten aber mit exorbitant großen Dateien. Alle anderen Formaten haben sich mit diesem Master zu messen.

RAW-L + verlustfrei komprimieren

Laut Nikon gibt es hier keine Qualitätseinbußen oder Datenverluste. Die Dateien sind dafür um 20 – 50% kleiner. In unserem kleinen Beispiel möchte man das bestätigen. Es sind keine Abstriche in der Qualität zu erkennen. Da keine Daten verloren gehen bekommt man die eierlegende Wollmilchsau, relativ kleine Dateien mit maximaler Qualität. Das Capture-NXD mit diesen Daten toll umgeht ist nicht verwunderlich. Es ist aber überraschend das auch LR und CaptureOne vergleichbare Ergebnisse liefern. Alle 3 Tools kommen mit der verlustfreien Komprimierung gut zurecht.

RAW-L + komprimieren

Zwar ist die Verdichtungsrate höher (30%-60%) als bei der verlustfreien Komprimierung, dafür nimmt man aber Datenverluste in Kauf. Auf den ersten Blick gibt es keinen Unterschied zur verlustfreien Komprimierung. Was bleibt ist ein Restrisiko, das bei extremen Bildsituation am Ende doch eine Dateninformation unwiederbringlich gelöscht wurden, die gerade dann das Besondere ausgemacht hätte.

RAW-M und RAW-S + verlustfrei komprimiert

Größenreduzierung und verlustfreie Komprimierung führen zu einer Reduzierung der Dateigrößen um ca. 80% (RAW-S) bzw ca. 70% (RAW-M). Die Reduzierung der Größe führt in unserem Beispiel allerdings zu Qualitätsverlusten. Die Hell- zu Dunkelverläufe sind nicht mehr so harmonisch wie in den RAW-L Einstellungen.

Welche Rückschlüsse lassen sich ziehen ?

Erstmal ist es eine tolle Erfahrung das man RAW-L, egal mit welcher Komprimierung, nutzen kann ohne Bildqualität zu verlieren. Sucht man die absolute Qualität, so bieten sich RAW-L “unkomprimiert” als auch “verlustfrei komprimiert” an. Da alle Bildbearbeitungssoftwaren mit diesen Formaten gut umgehen können sollte man damit das Maximale herausholen können. Selbst bei schwierigeren Aufnahmesituation sollte man beste Ergebnisse erzielen können.

Komprimiert man RAW-L verlustbehaftet, so sind die Dateigrößen nur unwesentlich kleiner als bei der verlustfreien Komprimierung. In unserem Beispiel ist die Qualität sogar vergleichbar mit den nicht komprimierten Dateien. Allerdings, warum soll ich etwas löschen was mich nicht weiter belastet und stelle mich dann bei extremen Aufnahmesituation zb in den Lichtern und Tiefen schlechter. Die verlustfreie Komprimierung liefert etwa gleiche Dateigrößen ohne dieses Restrisiko. Unter diesen Gesichtspunkten sehe ich keinen Nutzen einer verlustbehafteten Komprimierung.

RAW-M und RAW-S liefern Qualitätsabstriche, sind dafür aber deutlich kleiner als die RAW-L Formate. Kann man von vornherein mit diesen leichten Qualitätsabstrichen leben, so sind diese Formate eine gute Alternative zu den JPEGs. Ich erhalte mir die Einstellmöglichkeiten von RAW (zb Weißabgleich in der Nachbearbeitung), habe kleine Dateien und immer noch eine gute Qualität. Könnte mir gut vorstellen diese Formate bei Sportaufnahmen zu nutzen.

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