Bildmaschine – Der optimale Photoshop PC

Photoshop und Windows PC, geht das überhaupt ? Oder doch lieber reiten mit der Apple iMac Welle?

Das war die Frage nachdem meine Bildmaschine Probleme machte und auch die erneute Aufrüstung mit einer Grafikkarte nichts mehr brachte. Absturz hier, Fehlermeldung dort, das war wohl das Ende. Tja, die gute alte Bildmaschine war ein Windows10 PC mit i5 Prozessor und hat mir tatsächlich 10 Jahren gute Dienste geleistet. Immer wieder aufgerüstet brauchte ich bis dato nichts Neues.

Eigentlich wollte ich warten bis der neue iMac rauskommt und mir dann die Apple Welt erschließen, machen schließlich alle. Eine Analyse der notwendigen Ressourcen ließen mich dann aber erstarren. Platten für knapp 5 TB Bildmaterial, mindestens 32 GB Arbeitsspeicher brauchte ich ja nur um den Status Quo abzubilden. Ein Gerät für die Zukunft braucht dann ja mindestens von Allem das doppelte. Bei Apple stoße ich mit solchen Anforderungen in Preisregionen eines Kleinwagens vor. Die Entscheidung war dann schnell klar, das konnte und wollte ich nicht, also doch wieder Windows-PC, den aber richtig.

Die neue Bildmaschine bekommt jetzt folgende Konfiguration:

ProzessorAMD Ryzen 9 3900X 12-Core Processor 3.80 GHz
Arbeitsspeicher64 GB
GrafikkarteGeForce GTX 2060
Festplatten1TB SSD für Betriebssystem und Programme
1TB SSD für Photoshop/LR Dateien
14TB Datenhafen auf 2 Fesplatten verteilt (8TB + 4TB)
SchnittstellenAlles was State of the Art ist

Was macht Photoshop auf einem PC schnell ?

Dazu findet man eine Menge ganz toller Berichte im Internet und jeder hat da so seine eigene Ansicht. Letztendlich bin ich aber der Meinung das nur Adobe weiß wie es wirklich geht. Die Systemanforderungen auf der Adobe Hilfsseite lieferten mir dann auch den entsprechenden Ansatz (Stand 22-05-2021, gültig für PS V22.0 und höher):

Adobe Photoshop Systemanforderungen

Photoshop/Lightroom Prozessor

Adobe empfiehlt lediglich eine 64bit Unterstützung. Weiter gibt Adobe die Information das es bei der aktuellen Version nicht so relevant ist viele Kerne zu haben. Ein 8-Kern soll nicht doppelt so schnell sein wie ein 4-Kern.

Da der Prozessor das letzte Teil ist was man irgendwann mal aufrüstet habe ich aber trotzdem gesagt je mehr Kerne umso besser. Man weiß schließlich nicht was Adobe in zukünftigen Versionen macht? Der AMD Ryzen 9 3900X bietet 12 Kerne was von der Preis/Leistung das Günstigste ist was augenblicklich zu bekommen ist. Der PC Händler empfahl mir den kleiner Ryzen 7 mit 8 Kernen aber höher getaktet der das gleiche kostete. Naja, muß dann jeder selber entscheiden…

Anforderungen an den Arbeitspeicher

Die von Adobe angegebenen 16GB halte ich für unzureichend. Da einem keiner sagt wie Photoshop das eigentlich mit der Speicherverwaltung macht, habe ich mal folgende Untersuchung gemacht.

Manche meiner Bilderdateien haben mit nur einer Ebene ein Dateigröße von 1GB. Ist diese Datei mit PS geöffnet zeigt die Speicherbelegung von Photoshop einen Wert von ca 10GB. Generiert man dann ein paar Ebenen werden das schnell immer mehr. Ich hatte den Eindruck das sich Photoshop nimmt was es kriegen kann. Ich konnte mit 16GB zwar auch diese großen Bilder bearbeiten, der Speicherbedarf von PS war aber dann offensichtlich exorbitant. Für so große Dateien erscheint mir 16GB einfach zu wenig. Sicher hätte ich es erstmal mit 32GB probieren können, aber getreu dem Motto viel hilf viel war meine Wahl 64GB.

Die Grafikkarte, der Freund von Photoshop

Mit ihren Grafikkartenbeschleunigern hat Adobe die Performance von Photoshop und Lightroom deutlich gesteigert. Um das wirklich zu nutzen ist eine GPU mit DirectX12 notwendig. Hat ihre Grafikkarte das nicht läuft PS auch immer wieder auf Fehler und stürzt ab, auch wenn man Photoshop entsprechend konfiguriert. Wer jetzt aber glaubt eine dicke Grafikkarte ist die Lösung sollte sich die Informationen auf der Adobe Seite genau ansehen.

Dort findet man die Information: In der Regel sollten Sie Grafikkarte mit einer durchschnittlichen Ops/Sec von 2000 oder höher auf Passmark’s GPU Computer Benchmark Chart verwenden.

Ich habe mir als Orientierungspunkt die Konfiguration des iMac angesehen. Dort wird in den höheren Ausstattungen die Radeon Pro 5700 verwendet. Diese Grafikkarte hat im Benchmark einen Wert von 6789 und liegt da ungefähr um das 3fache über der Adobe Empfehlung.

Grafikkarten sind augenblicklich unglaublich teuer und die Radeon macht da keine Ausnahme. Mit einem Benchmarkt von 6247 erschien mir die Geforce RTX 2060 eine gute Alternative. Will man seinen PC länger betreiben sind Grafikkarten ja auch leicht zu tauschen, so das ein Upgrade in 3-4 Jahren kostengünstiger sein kann als jetzt ein Vermögen in nur wenig Mehrperformance zu investieren.

Photoshop liebt schnelle Festplatten

Die Empfehlung von Adobe bezüglich einer schnellen SSD für die Programme habe ich aufgrund eigener Erfahrungen sehr ernst genommen. Den kleinen Satz das ein schnelles Arbeitslaufwerk wichtig ist nehme ich ebenso sehr ernst. Darum, eine SSD für die Programme, eine SSD für die Bilder in Bearbeitung. Alles wodrauf PS/LR zugreift sollte hoch performant sein. Archiviert werden die Bilder nach Fertigstellung auf einer herkömmlichen und preiswerten HD-Platte mit 8TB und 4TB.

Test Bildmaschine

Ich spare mir jetzt umfangreiche Testszenarien, kann aber Berichten das Photoshop, Bridge und Lightroom flüssig laufen, sehr performant sind und alles sehr zu meiner Zufriedenheit ist. Das tun die auch wenn alles gleichzeitig geöffnet ist, so das ein bequemes Arbeiten möglich ist.

Die Speicherverwaltung von Photoshop gibt mir aber noch Rätsel auf, was ich an folgendem Beispiel verdeutlichen will. In diesem Fall läuft Photoshop und Bridge. In PS sind 2 Bilder mit umfangreichen Ebenen geladen. die Dateien der Bilder sind jeweils ca 1GB groß. In beiden Bildern kann ich flüssig arbeiten, kein Ruckeln, alles super. Der Arbeitsspeicher ist mit 31,6 GB belastet, davon kommt ca 25GB von Photoshop/Bridge. Erkenntnis, hätte ich den PC mit 32GB ausgerüstet wäre es knapp geworden.

Dann wird es interessant, schließe ich eine der Bilder verändert sich die Speicherbelegung durch Adobe nicht, es bleibt bei den gesagten ca 25GB. Die Anwendung muß geschlossen weder ehe der Arbeitsspeicher wieder freigegeben wird. Alternativ muß man den Speicher entleert (dazu unten mehr).

Adobe Lightroom Photoshop Performance

Bildmaschine und Photoshop aufeinander abstimmen

Um Photoshop optimal auf den PC abzustimmen bietet Adobe eine interessante Seite an die es sich lohnt Stück für Stück durchzuarbeiten:

Optimieren der Leistung von Photoshop

Hier ein paar Stichpunkte aus der Liste die in meinem Fall einiges gebracht haben:

  1. Photoshop bietet einen Effizienzindikator, der einem anzeigt ob die Photoshopinstallation optimal parametrisiert ist. Wie das geht findet ihr unter “Der Effizienzindikator”. auf jeden Fall ein erster Indikator ob alles ok ist.

2. Große Dateien sind schnell erstellt, Photoshop hat aber seine Grenzen, die da sind:

  • PSD-Dateien: 2 GB
  • TIFF-Dateien: 4 GB
  • PSB-Dateien: 4 Exabyte (4.096 Petabyte oder 4 Million Terabyte)
  • PDF-Dateien: 10 GB (für die Seitengröße gilt eine Beschränkung von maximal 200 Zoll)

3. Manchmal hilft es den von Photoshop belegten Arbeitsspeicher wieder frei zu geben. Das geht über den Menüpunkt “Bearbeiten -> Entleeren”

4. Die Speichernutzung ist ein wichtiger Performator. Wer genug Arbeitsspeicher hat (:-))) sollte den Wert so hoch wie möglich setzen. Empfehlung von Adobe maximal 85% des Arbeitsspeicher für PS reservieren.

5. Die temporären Adobe Speicher sollten auf einer SSD liegen. Dafür gibt es in obiger Konfiguration eine eigene SSD. Damit Photoshop die Daten dort auch ablegt gehen Sie auf “Bearbeiten -> Voreinstellungen -> Arbeitsvolumen” und weisen die richtige Platte zu.

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