Die Wiederentdeckung der Nikon FE2

An was erinnert man sich gerne? Das erste Auto, der erste Urlaub ohne Eltern und ja, bei uns Fotografen an die erste Kamera. Die Nikon FE2 war noch vor dem Auto meine erste große Anschaffung, gekauft 1985 nachdem ich 1 Jahr jede überflüssige Mark von meinem Praktikantengehalt zur Seite gelegt hatte. Habe ich mich von dem altem Zeug nach und nach getrennt, die Nikon FE2 konnte ich nicht verkaufen. Sie lag im Schrank und erinnerte mich an tolle Reisen und Erlebnisse bei der sie mir ein treuer Begleiter war.

So genug vom diesem sentimentalem Quatsch, sonst vergesse ich noch um was es hier geht.

Wer meinen Block verfolgt hat sicher gemerkt das ich mich mal wieder dem Analogem zugewendet habe. Die Nikon FE2 zu reaktivieren war da nur ein kleiner Schritt. Ich wollte aber nicht mit den alten Objektiven anfangen. Viel interessanter fand ich es sie mit den neuen Zeiss Distagon 35mm f/1.4 zu kombinieren. Hier nun ein paar Beispiele auf Kodak TMAX100. Der Film wurde in Atomal49 entwickelt und anschließend gescannt. Dann noch ein wenig peppen in Lightroom.

Nikon FE 2 Zeiss Maschsee
Nikon FE2
Nordufer Hannover

Ein bisschen üben muß man bei der Belichtung. Trotz kamerainterner Belichtungsmessung empfiehlt es sich auf die dunklen Bereich zu belichten, dann werden die Bilder anschließend etwas knackiger.

Hannover
Selbst bei schwierigem Licht funktioniert der TMAX100 gut und liefert schöne Grauverläufe.
GOP Hannover Nikon FE2 Zeiss distagon 35mm
Hier habe ich mir beim Scannen ein paar Newtonringe eingefangen. Naja, ein vernünftiger Workflow fällt nicht vom Himmel.
Maschsee
Die Tiefen könnten etwas heller sein, meines Erachtens trotzdem ein nettes Bild.
Maschsee Hannover

So ein Tag mit der Nikon FE2 macht Spaß und die Ergebnisse sind überraschend gut. Der Analoglook mit dem Zeiss Distagon 35mm hat schon eine richtige Eigenständigkeit. Ist das Distagon eigentlich in jeder Lebenslage brutal scharf, so gibt es mit dem TMAX100 die für Analog so typische unschärfe/schärfe. Die Kanten sind nicht so klar wie im Digitalem, trotzdem wirken die Bilder klar und deutlich. Auch die Kontraste finde ich schön, auch wenn da einiges von Lightroom kommt. Das macht meines Erachtens aber nichts, wurden doch früher mit unterschiedlich graduierten Fotopapieren ein ähnliches Kontrastverhalten erreicht.

Mehr zur FE2 findet ihr bei Norbert Michalke, dort kann man sich sogar noch die alten Prospekte und Anleitungen runterladen.

Da gibt es dann doch noch was. Die Nikon FE2 ist eine richtig schöne, kleine und handliche Kamera. Sie wiegt nur 550gr, liegt toll in der Hand und jeder Knopf ist an der richtigen Stelle. Ich kann mich noch erinnern das ich mir immer einen gut erreichbaren Blendenring gewünscht habe, den Nikon ja nie so richtig hatte. Aber jetzt im Vergleich zu einer D850 oder Z6/Z7. Was sind diese neuen Kameras doch für Klötze gegen dieses feine Aufnahmegerät.

Wenn ich mir was wünschen darf. Liebe Nikons, verzichtet doch mal auf diesen ganzen Sensorquatsch mit riesigen Auflösungen. Macht die Kameras kleiner, und die Objektive auch gleich. Dann nur die wichtigsten Schalter und Knöpfe und schon habt ihr eine Kamera die ich mir sofort kaufen würde. Auch wenn jetzt einer sagt, ich soll doch zu Leica gehen. Nein, das will ich nicht, die Nikon-Mannschaft machen doch tolle Sachen. Schrumpft die nächste Z6 um 20% und kopiert das Bedienkonzept der FE2, dann läuft es wieder…. Einen Namen für die Kamera habe ich auch schon “Z pur” 😉

Nikon FE2
und schön ist Sie auch…….
Nikon FE2 Zeiss Distagon 35mm f1.4
In voller Pracht
3 replies on “ Die Wiederentdeckung der Nikon FE2 ”
  1. Die Fe/Fm Reihe war eine Meisterleistung von Nikon.
    Bei mir war es eine Fe die ich mir 1982 kaufte, und direkt auf einer Interrail Tour strapazierte.
    Anfang der 1990 verkaufte ich sie um eine Fm2 erwerben zu können. Die Fm2 habe ich übrigens wegen der schnelleren Sychronzeit gekauft. Super Kameras an denen man quasi sein Leben lang Freude hat.

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