Der Rotfilter war in der analogen Fotografie nicht wegzudenken. Alfred Eisenstaedt nutze ihn. Ohne ihn hätte Anselm Adams seine beeindruckenden Landschaftsaufnahmen nicht hinbekommen und auch Sebastiao Salgado steht im Verdacht von ihm gebraucht gemacht zu haben.

Rotfilter in der digitalen Fotografie ? Die allgemeine Meinungen geht da eher in die Richtung, dass man doch in der Bildbearbeitung ähnliche Effekte erzielen kann und sie somit überflüssig geworden sind. Jetzt bin ich immer auf der Suche nach neuen (alten) Wegen für einen schönen Style. Warum also nicht auch mal einen Rotfilter ausprobieren und dann schauen was in Lightroom oder Capture NX-D möglich ist.

Ich will es kurz machen, die Verwendung eines Rotfilters ist auch für mich ein spezielles Ding. Nach einigem Rumprobieren kann ich aber festhalten, dass man auf einem recht einfachen Weg beeindruckende Ergebnisse erzielen kann, die durchaus einem eigenen Style nahe kommt. Ich würde auch nicht ausschließen, dass man mit viel Arbeit ähnliches durch reines Photoshopping hinbekommt. Der vereinfachte Workflow, der sich durch einen Rotfilter in der digitalen Fotografie ergibt, halte ich aber für ein überzeugendes Argument Farbfilter nicht völlig auszuschließen.

Welcher Rotfilter ?

Die Dinger sind auch heute noch zu erstehen, kosten aber ein kleines Vermögen. Darum habe ich mich auf dem Gebrauchtmarkt umgesehen, wo man schöne Exemplare für kleines Geld findet. Die Wahl viel auf den Rodenstock Nr.29 mit 10facher Verlängerung und E77 Gewinde für ca 30Euro. Ein sehr kräftiger Filter mit tiefem Rot.

Welche Wirkung hat der Rotfilter

Auch in der digitalen Fotografie liefern die Rotfilter die gleiche Wirkung wie in analogen Zeiten. Die Filterfarbe erscheint heller, die Komplementärfarbe dunkler. Bei einem Rotfilter heißt das, alles Rote oder Bereiche mit Rotanteilen hellen sich auf, alles Blaue und Grüne wird abgedunkelt. Dies erhöht den Kontrasteindruck, wo sonst nur einheitliches Grau abgebildet würde.

Belichtung

Wie zu analogen Zeiten hat es sich bewährt auch mit den Digitalen die Bilder optimal auszubelichten. Das heißt, den besten Effekt erzielt man später, wenn die Bilder weder unter- noch überbelichtet sind. Das ist darum so wichtig, dass die später dunklem Bereiche, also alles Blaue und Grüne nicht vollständig im Schwarzem absaufen. Umgekehrt gilt dies natürlich auch für die hellen Bereiche.

Beispiel für ein gut ausbelichtetes Bild

Rotfilterbilder mit Capture NX-D bearbeiten

Es spielt eigentlich keine Rolle mit welchem Tool sie die Konvertierung vornehmen. Allerdings bietet sich auch hier unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeit. Capture NX-D bietet eine recht einfache SW-Umwandlung. Dreht man dann noch etwas an der Helligkeit des LCH-Editor oder den Kurven bekommt man sehr einfach beeindruckende Bilder.

Bildbearbeitung mit Lightroom

Nutz man die normale Schwarzweiß Konvertierung so bekommt man recht ähnliche Ergebnisse wie bei Capture-NX-D. Mit den Reglern der Schwarzweißmischung können durch verschieben von Rot, Orange oder Gelb weitere Effekte erzielt werden. Die Lightroom Konvertierung nutze ich allerdings nur sehr selten, weil mir die Ergebnisse aus Capture NX-D häufig einfach besser gefallen.

Starke Rotfilter Effekte mit Silver Efex Pro 2

Richtig interessant wird es, wenn man die Bilder mit Silver Efex Pro 2 bearbeitet. Rotfilter Bilder können ja in der Regel mit den Einstellungen der Kontraststeigerung und Strukturverstärkung (Standardfilter 024) nachempfunden werden. Spannend ist es, wenn man diese Softwarefilter auf ein Rotfilterbild legt. Die Effekte verstärken sich, Wolken werden bei richtiger Belichtung feinstufig abgebildet, sie strahlen richtig ohne ihre Struktur zu verlieren. Einen Effekt den ich so noch nicht sehr häufig gesehen habe, der aber sehr gefällt.

Beispiele mit Capture NX-D vs Silver Efex Pro 2

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